Kostenexplosion beim deutschen Netzausbau lässt Leitung der Bundesnetzagentur kalt

Am 8. April 2023 hatte ich auf meinem Blog den Beitrag „Studien über den Ausbau des Stromnetzes“ veröffentlicht. Schwerpunkt war die Frage, ob für Elektroautos Ladebeschränkungen vorgesehen sind. Die zu erwartenden Kosten waren aber natürlich auch von Interesse. Zu diesem Thema gibt es Neuigkeiten:

Am 18. Januar hat die Bundesnetzagentur in einer Pressekonferenz ein „Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Kosten- und Anreizregulierung im Strom- und Gasbereich“ vorgestellt. Stefan Spiegelsperger konnte den Vertretern der Agentur durch beharrliches Nachfragen eine aktuelle Schätzung entlocken. Sie beträgt 500 Milliarden € – und zwar schon 2030!

Nachtrag am 27. Januar 2024:

Die obige Meldung von 500 Milliarden € war der Bundesnetzagentur sichtlich unangenehm. Dem Magazin FOCUS wurde mitgeteilt, man habe sich versprochen. Statt 500 Mrd. bis 2030 seien es ca. 450 Mrd. € bis 2045.

Die Netzausbaukosten werden für die Volkswirtschaft eine enorme Belastung darstellen. Dass die Leitung der Bundesnetzagentur darüber nicht auskunftsfähig war, deutet auf eine nachlässige Vorbereitung hin.

Wie ist das möglich?
Ganz einfach: Die Kosten sind ihnen vollkommen gleichgültig. Da sie an den Schalthebeln der Macht sitzen, können sie ihre Pläne für alternativlos erklären und unbehindert umsetzen. Mit kritischen Fragen aus dem Publikum hatten sie nicht gerechnet. Sie hatten daher keinen Grund gesehen, sich die Zahlen vor der Pressekonferenz noch einmal etwas genauer anzuschauen.

Bildquelle: https://images.pexels.com/photos/9998072/pexels-photo-9998072.jpeg

Eine Antwort auf „“

  1. Ein sehr wichtiges Thema, denn hier versteckt sich die m.E. frechste Subvention für Eautos. Die Netzbelastung fürs aufladen ist enorm, die Kosten (des dafür nötigen Netzausbaus) aber werden nicht vom Verursacher (Eauto) getragen, sondern von allen Stromkunden.

    Doch damit nicht genug, man entlastet Eigenheimbestitzer noch zusätzlich via PV Anlage. Diese Gruppe zahlt noch weniger Netzgebühren, da die Netzabgabe auf die verbrauchten kWh aufgeschlagen wird. Die PV Anlage reduziert den Netzbezug (in kWh), ohne das Netz (in kW) tatsächlich zu entlasten! Nur eine jährliche Netzgebühr, basierend auf der Anschlussleistung und ggf. Gleichzeitigkeitsfaktor, würde eine Verursachergerechte finanzierung gewährleisten.

    Zusätzlich wird der PV Strom buchstäblich vergoldet, durch die Differenz Marktwert (ca. 3-4cent/kWh) zum Bezugspreis (30-40cent). Kein Wunder boomt die Kombi Eauto + PV + (nicht netzdienliche) Speicher. Da wird ein zutiefst asoziales Konzept als private Klimarettung gefeiert.

    Aber da gehts noch weiter, denn sie beklagen sich jetzt über die niedrigen (und weiter sinkenden) Einspeisevergütungen und fühlen sich quasi „abgezockt“. Die Zusammenhänge verstehen sie natürlich nicht, und so fallen Sätze wie „ich speise für 5cent ein und die bösen Stromkonzerne machen den Reibach indem sie diese kWh für >30cent an meinen Nachbarn verkaufen“

    Man stelle sich vor Mieter ohne Auto müssten Tankstellen und Ölpipelines finanzieren, doch genau das passiert mit der Elektromobilität. Der wahre Preis sieht man Ansatzweise an Schnellladesäulen. Obwohl auch die selbst, so wie der dafür nötige Netzanschluss, wer hätte es gedacht, stark subventioniert werden.

    Fazit: Kann man sich nicht ausdenken…

    Gefällt 1 Person

Blogs leben von der Diskussion. Fragen und fundierte Beiträge sind willkommen; Trolle werden entfernt.