Ein jährlicher Spritpreisanstieg um zehn Cent pro Liter soll der Schlüssel zur Elektromobilität sein, wenn es nach Martin Daum von Daimler Truck ginge.1
Daum macht sich große Sorgen. Denn Daimler hat die E-Auto-Kampagne jahrelang brav mitgemacht, jedes neue Gesetz abgenickt, Projekte gestoppt, Abteilungen geschlossen, Produktionsanlagen stillgelegt, Verbrenner-Prüfstände abgebaut und Milliarden in die E-Mobilität investiert.
Doch die Kunden wollen einfach nicht kaufen – weder in China noch hier.
Soll nun alles vergebens sein?
Kann derart hochbezahlten Spitzenmanagern wirklich über so lange Zeit verborgen geblieben sein, dass sie den Weltkonzern Daimler mit Fehlentscheidungen ins Verderben führen?
Das kann nicht sein, das darf nicht sein. Nun soll der Staat helfen und dem uneinsichtigen Pöbel den Verbrenner mit bewusst verteuerten Kraftstoffpreisen verleiden.
Martin Daums Idee ist indes nicht neu, sondern anderswo längst umgesetzt worden.
Denn auch die Demokraten in Kalifornien brennen darauf, den Widerstand der störrischen Käufer gegen die E-Autos endlich und diesmal endgültig zu brechen:2

Dazu ließen sie sich allerlei Abgabenerhöhungen einfallen:3
„Kraftstoffsteuern und -gebühren … verdoppeln … die Kosten für die Raffinierung und Lieferung von Benzin in diesem Staat. Kein anderes Produkt, vor allem keines, das so entscheidend für die Lebenshaltungskosten der Kalifornier ist, wird mit einer solchen Steuer belegt.“

Kalifornien nimmt in dieser Hinsicht in den USA den Spitzenplatz ein:4

Alle Akteure in diesem Spiel sind sich weltweit einig. Der Verbraucher ist kräftig mit Abgaben zu belasten, um die jeweils eigenen Ziele zu erreichen:
- Daimler: mehr Profitabilität
- Die EU-Kommission: Angebliche Treibhausgasverringerungen
(welche der E-Mobilität allerdings durch die Ausblendung der Stromerzeugungsemissionen bloß angedichtet werden. Diese Verringerungen sind frei erfunden; in der Realität gibt es sie nicht.)5 - Die Berliner Ampel: Höhere E-Auto-Marktanteile
(wie sie ihr von Kampagnenorganisationen wie z.B. Agora Verkehrswende vorgegeben werden – die wiederum vom Lobbyisten und Aktivisten Hal Harvey gegründet wurde)
Zwei Dinge interessieren in diesem Zusammenspiel keinen einzigen der Verantwortlichen:
- Die tatsächlichen Auswirkungen der Politik auf den CO2-Ausstoß (denn dann würde man keine Fossilstromautos fördern)6
- Der Lebensstandard der zusehends verarmenden Bevölkerung
Die Verantwortlichen kassieren entweder in der Industrie Millionengehälter und haben längst bis zum Lebensende ausgesorgt.
Oder aber sie fühlen sich (noch) sicher, weil sie vom Staat oder staatsnahen Organisationen mit nichtproduktiven Bullshitjobs versorgt wurden. Dieses neue Milieu von Bürokraten7 und Propagandisten hat die Kräfte des Marktes nie am eigenen Leib zu spüren bekommen und rechnet fest damit, dank guter Vernetzung auch in Zukunft weitgehend leistungsloses Einkommen in hinreichender Höhe beziehen zu können. Dass sie selbst durch ihre (in keiner Weise zur Wertschöpfung beitragende) Pseudo-Arbeit zur aktuellen Deindustrialisierung und damit zur einer volkswirtschaftlichen Katastrophe beitragen, verstehen sie überhaupt nicht.
Das Ergebnis des Zusammenwirkens opportunistischer Manager, gewissenloser Auftrags-Dienstleister und inkompetenter Parlamentarier ist eine zutiefst unsoziale und menschenfeindliche Politik.
Ein Beispiel nur: Abgaben auf CO2 können durchaus eine sinnvolle Lenkungsfunktion erfüllen und z.B. zum schnelleren Einsatz emissionsärmerer Energieformen beitragen. Sozial vertretbar ist das aber nur, wenn die Einkommensbelastung durch die Minderung anderer Abgaben wieder ausgeglichen wird.
Doch davon kann keine Rede sein. Stattdessen wird durch eine an Hysterie grenzende Darstellung des Klimawandels sofortiger Handlungszwang um jeden Preis suggeriert, was jeden Versuch einer rationalen Diskussion der CO2-Vermeidungskosten geradezu verwerflich erscheinen lassen soll.
Ergebnis: Die Bevölkerung wird nahezu monatlich mit neuen Steuern oder Gebühren belastet.
Die Betroffenen können nur an der Wahlurne klar mitteilen, dass sie eine unsoziale Politik auf ihre Kosten unter dem Vorwand des Klimaschutzes strikt ablehnen. Für manche Partei könnte eine große Chance darin liegen, diese Forderung entschieden und vor allem glaubwürdig zu vertreten.8
Titelgrafik: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Zehnt_Bauern.png
Endnoten:
2 https://gasprices.aaa.com/state-gas-price-averages/
3 https://centerforjobs.org/ca/special-reports/fact-check-whats-behind-californias-high-gas-prices
4 https://visualizingenergy.org/what-u-s-states-have-the-highest-fuel-taxes/
6 https://www.tech-for-future.de/elektroautos/
7 https://derelektroautoschwindel.com/2024/05/02/die-staatliche-plankommission-der-ddr-ist-zuruck/
8 https://derelektroautoschwindel.com/2024/05/20/kurzer-abriss-der-geschichte-der-e-mobilitat/

